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Uganda: Beziehungen zu Deutschland

16.07.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen wurden gleich nach der Unabhängigkeit Ugandas am 09.10.1962 aufgenommen und das zuvor eingerichtete Konsulat in eine Botschaft umgewandelt.

Das Deutschlandbild in Uganda ist positiv, insbesondere dank der staatlichen und privaten Entwicklungszusammenarbeit. Im Februar 2008 kam der damalige Bundespräsident Horst Köhler zu einem Staatsbesuch nach Uganda. Die deutschen Außen- und Entwicklungsminister sind regelmäßig zu Gast, zuletzt damaliger Außenminister Gabriel (August 2017) und Entwicklungsminister Müller (Oktober 2017). Reisen von Parlamentariern beider Länder finden regelmäßig statt. Staatspräsident Museveni hielt sich zuletzt im Juni 2016 privat in Deutschland auf.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind in einer Reihe von Abkommen und Protokollen geregelt (Investitionsschutz, Finanzielle und Technische Zusammenarbeit).

Deutschland ist unter den EU-Staaten einer der wichtigsten Handelspartner Ugandas (Handelsvolumen rund 210 Millionen Euro), neben Großbritannien, den Niederlanden und Belgien. Die Handelsbilanzen sowohl zur EU, also auch zu Deutschland sind ausgeglichen.

Wichtigste Exportprodukte Ugandas sind Kaffee, Gold, Tee, Fisch, in geringerem Umfang auch andere landwirtschaftliche Produkte, Kobalt und einfache technische Produkte.

Uganda importiert aus Deutschland vor allem Maschinen und chemische Erzeugnisse. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes steht Uganda 2017 auf Rang 123 von 239 der Handelspartner (dt. Export) Deutschlands.

Entwicklungs- und humanitäre Zusammenarbeit

Die deutsch-ugandische Entwicklungszusammenarbeit besteht seit 1964.

Bei den bilateralen Regierungsverhandlungen im November 2018 wurden 69,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von zwei Jahren neu zugesagt. Deutschland konzentriert sich dabei auf die Nutzung erneuerbarer Energien und Ugandas ländliche Entwicklung. Hinzu kommen Mittel aus der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ zur Förderung der Landrechte, der Fischerei und des ökologischen Landbaus. Bei allen entwicklungspolitischen Maßnahmen legt Deutschland besonderen Wert auf Korruptionsbekämpfung und Beachtung der Menschenrechte. Mit dem Ziel, Uganda bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen aus den Nachbarländern zu unterstützen, hat Deutschland seit 2017 mehr als 50 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Diese Mittel dienen der humanitären Hilfe und zugleich auch der Entwicklung, wobei Flüchtlinge und die sie aufnehmenden Gemeinden in Uganda gleichermaßen berücksichtigt werden.  Gegenwärtig beherbergt Uganda rund 1 Mio. Flüchtlinge, vorwiegend aus Südsudan, Kongo, Somalia und Burundi.

Die Bundesregierung fördert die Arbeit des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen, des Welternährungsprogramms sowie ausgewählter Nichtregierungsorganisationen, die für die Verbesserung der Versorgungslage und der Lebenssituation der Flüchtlinge arbeiten.

Zudem werden flankierende Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements, zur Steigerung von Eigeneinnahmen (Stärkung der ugandischen Steuerbehörde) und zur Förderung der Menschenrechte durchgeführt.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Finanzielle Zusammenarbeit) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, Technische Zusammenarbeit) durchgeführt. Die Bundesregierung fördert ferner die Arbeit politischer Stiftungen (Friedrich Ebert- und Konrad Adenauer-Stiftung sind mit Büros in Kampala vertreten), von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen. Daneben unterstützen rund 100 Vereine und Initiativen in Deutschland Projekte in Uganda.

Der Senior Experten Service (SES) hat seit seiner Einrichtung in 1983 über 400 Einsätze in Uganda durchgeführt. Regelmäßig halten sich mindestens 100 deutsche Freiwillige, zumeist im Rahmen der Programme Weltwärts und Kulturweit, in Uganda auf.

Kulturelle Beziehungen

Die im Juli 1989 gegründete Ugandan-German Cultural Society (UGCS) hat seit 2008 den Status eines Goethe-Zentrums. Seit 2009 teilen sich Goethe-Zentrum und die Alliance Française ein Gebäude in Kampala. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen. Das Goethe-Zentrum Kampala organisiert Ausstellungen, Workshops, Veranstaltungen und Künstleraustausch und bietet Deutschkurse an. Es ist als anerkanntes Institut für die Abnahme der Sprachprüfungen gemäß den Vorgaben des Goethe-Instituts akkreditiert.

Rund 5000 Schüler lernen an 16 ugandischen Schulen Deutsch. Eine Schule wird als Partner-Schule, sogenannte PASCH-Schule, besonders vom Goethe-Institut gefördert.

Der DAAD vergibt Graduiertenstipendien für das Studium in Deutschland und für Drittlandaufenthalte an ugandische Hochschulabsolventen. Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist hoch, allerdings ist die Zahl der Germanistik-Studenten rückläufig. Im Jahr 2017 wurden 340 Ugander und 54 Deutschlehrer durch den DAAD gefördert. Die Zahl ugandischer DAAD-Alumni liegt bei 700-800 Stipendiaten.

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